Gesellschaftswissenschaften

Demokratietage der Jahrgangsstufe 10 – Die Zukunft der Europäischen Union

Am 5. und 06.03.2024 besuchte die 10. Jahrgangsstufe die Fridtjof-Nansen-Akademie in Ingelheim, um dort im Rahmen der Demokratietage an einem Planspiel zu Gestaltungsfragen der Europäischen Union, also Chancen und Herausforderungen der EU, teilzunehmen. Die 45 Schüler*innen beschäftigten sich hierbei zunächst mit der Geschichte der EU anhand von Karikaturen. Danach stand die Reflexion über aktuelle Herausforderungen der EU im Fokus: Hierzu recherchierten die Schüler*innen in Gruppen in aktuellen Tageszeitungen oder führten Interviews in der Fußgängerzone durch.

Darauf aufbauend stand die Erarbeitung des Planspiels im Fokus: Zugeordnet zu unterschiedlichen Nationen erarbeiteten die Schüler*innen in Einzel- und Gruppenarbeit zentrale Thesen und Standpunkte des jeweiligen Landes zur Innen-, Außen- und Umweltpolitik. Sie schlüpften hierbei in Rollen von Staats-/Regierungschefs und Ministern und diskutierten über die Zukunft einer gemeinsamen Asyl- und Migrationspolitik sowie Lösungsansätzen in Wirtschaftsfragen. Außerdem begleiteten einige Schüler*innen in der Rolle von Pressevertreterinnen unterschiedlicher Zeitungsformate das Gipfeltreffen.

Abschließend fand eine Reflexion der Inhalte hinsichtlich der Gestaltungsprozesse in der EU sowie eine Reflexion des Planspiels, also des eigenen Rollenverhaltens, statt.

Vor den Hintergrund der anstehenden Europawahl am 09.06.2024 ermöglichten die Demokratietage den Schüler*innen so eine vertiefte Auseinandersetzung mit zentralen Fragen der Europäischen Union.

Führung über die jüdischen Friedhöfe in Pirmasens

Judenverfolgung in Pirmasens, jüdische Gemeinden vor und nach der Zeit des Nationalsozialismus sowie die jüdische Religion und deren Totenkult: Mit all diesen Themen beschäftigten sich die beiden Geschichtsgrundkurse der dreizehnten Jahrgangsstufe des Immanuel-Kant-Gymnasiums. In einer Mischung aus Vortrag und selbstständigem Erkunden konnten sich die Schüler während einer Exkursion durch das „jüdische Pirmasens“ auf Spurensuche in die Vergangenheit begeben.

Begleitet wurden sie dabei von ihren Kurslehrern Frau Dietz und Frau Hallauer, sowie dem Geschichtslehrer Herr Muth. Da sich die Schüler am Ende des zwölften Schuljahres und zu Beginn des dreizehnten intensiv mit dem Thema NS-Zeit beschäftigt haben, nutzten die beiden Kurslehrer die Gelegenheit, das Thema auch lokal in den Blick zu nehmen. Umso mehr haben sie sich über das Angebot des Arbeitskreises „Geschichte der Juden in Pirmasens“ gefreut, eine Führung über die jüdischen Friedhöfe in Pirmasens zu erhalten.

Zu Beginn der Exkursion startete Gerhard Heil mit einer theoretischen Einführung in das Thema. Er gehört seit 13 Jahren zum Arbeitskreis und kann als Zeitzeuge tiefere Einblicke in die Ereignisse geben. „Besonders beeindruckt waren die Schüler von seinem detaillierten Wissen und seinen eigenen Erfahrungen“, erzählt Laura Hallauer. Außerdem hat er gemeinsam mit Otmar Weber den Teil über die jüdischen Friedhöfe für das Buch „Juden in Pirmasens“ geschrieben.

Im Fokus der Exkursion stand die Judenverfolgung in Pirmasens. Dazu untersuchten die insgesamt 44 Schüler eine Liste jüdischer Schüler des Humanistischen Gymnasium Pirmasens, welches heute das Immanuel Kant Gymnasium ist. Danach ging es dann auf Entdeckungstour durch das „jüdische Pirmasens“. Erste Station war hierbei der ehemalige Standort der Synagoge. Daraufhin folgte die Besichtigung des Friedhofes an der Ottostraße und des Alten Friedhofes. Anschließend wurde dann noch der Waldfriedhof und der älteste jüdische Friedhof am Gefällerweg besucht.

Gegen Ende konnten die Schüler dann auch noch praktisch mit anpacken. Auf dem Friedhof am Gefällerweg durften sie die Inschriften auf den Grabsteinen lesen und diese reinigen. Außerdem beschäftigte sich die Gruppe mit dem Totenkult und den Bestattungsriten. Hierzu setzten sich die Schüler mit der Ausrichtung der Gräber, der Gestaltung der Grabstelen, den Stilelementen, der Bedeutung von Händen und Krug auf den Stelen und den Berufen der Verstorbenen auseinander.

Nicht nur die Lehrer, sondern auch die Schüler waren begeistert von Gerhard Heils Persönlichkeit und seiner Fähigkeit die Geschichte auf aktuelle politische Themen zu beziehen. „Es war eine sehr schöne Exkursion, für die Lehrer und Schüler dankbar sind“, berichtet Laura Hallauer. (sz)

(Samira Zimmermann für die PZ)

Unsere Fahrt ins Bundesverfassungsgericht nach Karlsruhe

Am Dienstag, den 28.03.2017 ging es für uns, den Sozialkunde LK der MSS 12 von Frau Zeller mit dem Sozialkunde LK der MSS 11 von Herrn Simonow nach Karlsruhe in das Bundesverfassungsgericht (BVerfG).

Nach rund zwei Stunden Zugfahrt erwartete uns in Karlsruhe zum einen ein traumhaft schönes Wetter, zum anderen ein sehr  langer Fußweg durch die Stadt. Als wir das Gericht erreichten, waren wir wirklich erstaunt über die Größe des Gebäudes und dessen moderne Architektur. Vor allem aber, dass wir beobachten konnten, wie die Bundesverfassungsrichter nacheinander in schwarzen, schusssicheren Mercedes-limousinen an ihren Arbeitsplatz gebracht wurden. Ein Polizist sagte uns später, dass diese Situation eine ganz besondere war, da man nicht alle Tage die Richter, darunter auch der Präsident und der Vizepräsident des BVerfG zu sehen bekommt.

Bevor wir das Innere des Gebäudes überhaupt betreten durften, mussten wir am Eingang alle unsere Ausweise vorzeigen und durch eine Sicherheitskontrolle gehen, wie an einem Flughafen. In der Lobby angekommen, sollten wir unsere Jacken und Taschen an der Garderobe ablegen und wurden von unserem Gruppenführer, Herrn Lang, herzlich begrüßt. Er stellte sich vor Staatsanwalt und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Richterin Prof. Dr. Gabriele Britz aus dem Ersten Senat. Noch in der Lobby verschaffte er uns einen Überblick über alle ehemaligen Bundesverfassungsrichter, die jeweils mit einem Portrait an einer großen Wand festgehalten sind. Eine Etage weiter oben vor dem Gerichtssaal erfuhren wir zuerst etwas über die Architektur des Gebäudes. Wir waren alle ganz erstaunt, wie viele Gedanken und Aussagekraft hinter dem Bau und der Architektur dieses Gebäudes stecken. So stehen z.B. die großen Glasfronten für die Transparenz und Offenheit des Gerichts. Die Pfeiler, auf die die Büros der Richter gestützt sind, stehen hingegen für die Unbeeinflussbarkeit und den Schutz vor Korruption. Herr Lang sprach auch kurz über die hohen Sicherheitsmaßnahmen, denn das BVerfG wird 24 Stunden am Tag von Bundespolizisten überwacht. Weiter ging es für uns in den Gerichtssaal, den wir bisher nur aus dem Fernsehen kannten. Dort durften wir an den Tischen Platz nehmen, an denen normalerweise die Minister und Journalisten sitzen. Herr Lang sprach sowohl über die Geschichte, die Entstehung und den Standort des Gerichts, als auch über dessen Aufgaben, die Arbeitsweise, die Senate, die Verfahrensarten und konkrete Fälle, für die das BVerfG sein Urteil fällen musste. Auch wurde viel über Zahlen und Fakten gesprochen, wobei uns Herr Lang geschickt einbezogen hat und uns einige Zahlen schätzen ließ. Bei jeder richtigen Antwort bekam derjenige ein kleines Grundgesetz zugeworfen, was die Gruppe natürlich besonders motivierte. Für den Kurs der MSS 12 waren viele Informationen schon aus dem Unterricht bekannt, was die Führung noch interessanter machte und uns in unserem Wissen durchaus bestätigte. Bevor wir den Raum verließen, nutzten die beiden LK’s die Gelegenheit, um ein paar Fotos zu schießen. Danach hatten wir noch ein paar Minuten Zeit, um uns in der zweistöckigen Bibliothek des Hauses umzusehen. Auf dem Weg zu unserem letzten Raum, kamen wir an sehr aufwändigen Gemälden ausgewählter Bundesverfassungsrichter vorbei, die alle in ihren typischen scharlachroten Roben mit weißem Jabot abgebildet sind

In dem letzten Raum, den wir besuchten, sahen wir uns als Abschluss einen Film an, der noch einmal alle wichtigen Informationen über das BVerfG im Überblick zeigte.

Wir gingen wieder zurück zur Garderobe, wo Herr Lang uns verabschiedete und als besonders motivierte und informierte Gruppe lobte.

Nachdem wir alle noch eine Broschüre erhielten, machten wir uns wieder auf den Weg zurück zum Bahnhof, wo wir kurz nach 15:00 Uhr in den Zug zurück nach Pirmasens stiegen.

A. Hach (MSS 12)

Exkursion des Erdkunde LKs 12 am 23.11.2015 nach Frankfurt

Nach einer anstrengenden Zugfahrt mit einigen Hindernissen sind wir nach 3,5 Stunden am Frankfurter Hauptbahnhof angekommen.

Wir liefen durch das Bankenviertel in Richtung Commerzbank Tower. Dort schauten wir uns die imposante Eingangshalle an. Danach besichtigten wir Frankfurts Skyline auf dem Dach der Zeil-Galerie. Anschließend bestaunten wir die strukturelle Veränderung der Stadt von Altbauten, 60er Jahre Gebäude und den modernen Hochhäusern. Ein weiteres Highlight war die Paulskirche, welche wir besichtigen durften, nachdem wir die Stadt zu Fuß eigenständig erkundet haben.

Danach fuhren wir, genau so anstrengend wie auf der Hinfahrt, nach Hause.

I. Blank

Besuch von Herrn Schlick beim Erdkunde LK der MSS11

Am Dienstag, dem  2. Juni 2015,  besuchte der Wirtschaftsförderer der Stadt Pirmasens, Herr Mark Schlick, den Erdkunde-Leistungskurs der MSS 11. In seinem 90 – minütigen Vortrag erklärte er  den Schülerinnen und Schülern seinen Beruf genauer und was das Amt für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften eigentlich genau bewirkt und fördert. Er räumte mit Vorurteilen auf und stellte viele Projekte vor, die Unternehmen in der Region fördern und auszeichnen. So konnten die Schülerinnen und Schüler einen genaueren Einblick in die Pirmasenser Wirtschaft gewinnen.

I. Blank

Gesellschaftswissenschaftliche Fächer (Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde)

Im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld wirken die Fächer Geschichte, Erdkunde und Sozialkunde zusammen. Die Bedeutung einer umfassenden Bildung in diesen Bereichen besteht in der Orientierung in Zeit und Raum, in der Vergangenheit, Gegenwart und der Zukunft. Der Lehrplan Gemeinschaftskunde bietet eben durch die enge Kooperation der Fächer im besonderen Maße die Möglichkeit, gesellschaftliche Sachverhalte unter historischen, politischen, sozialen, geographischen, wirtschaftlichen, ökologischen und rechtlichen Perspektiven zu betrachten. Zugleich aber unterscheiden sich die drei kooperierenden Fächer deutlich voneinander durch ihre Frageweisen und Methoden:

Geschichte betrachtet Gesellschaft und Politik unter dem Aspekt der zeitlichen Bedingtheit – wir sind von unserer Geschichte geprägt, ob wir sie miterlebt haben oder nicht, ob uns das bewusst ist oder nicht. Ob Römer in Schwarzenacker, mittelalterliche Burgen, der „Zankapfel“ Elsass-Lothringen, Westwall oder Helmut Kohl – Geschichte umgibt uns. Gerade auch hier, in der Grenzregion zwischen Deutschland und Frankreich, ist es wichtig, über diese Bedingungen Bescheid zu wissen, um offen den anderen gegenüber treten zu können.

Sozialkunde befragt gesellschaftliche Phänomene und Prozesse unter dem Aspekt des politischen, d.h. dem Aspekt der sozialen und staatlichen Verantwortlichkeit. Neben der Befähigung der Schülerinnen und Schüler, sich aktive als mündiger Bürger in der demokratischen Gesellschaft zu beteiligen, versucht das Fach Sozialkunde auch, leitende Fragen nach Problemen, Aufgaben und Konflikten in oder zwischen Gesellschaften aufzuwerfen um dann politische Möglichkeiten zu ermitteln, um im Abschluss zu einer Urteilsfindung zu gelangen.

Erdkunde fragt nach der Wechselwirkung zwischen Raum und gesellschaftlichem, wirtschaftlichem und politischen Handeln. Eine raumbezogene Verflechtung findet sich in unserem Raum nicht nur im Streitobjekt B10, sondern auch anhand des Werdegangs von Pirmasens, beeinflusst durch die Schuhindustrie und den dadurch resultierenden notwendigen Strukturwandel. Somit zentriert Erdkunde die Raumwissenschaften, vermittelt die Fähigkeit zur sachgerechten Beurteilung von Raumpotenzialen und baut durch das Kennenlernen, Verstehen und Vergleichen ferner Erdräume und fremder Lebensformen Urteile auf und Vorurteile ab.

Wir, die Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs Gemeinschaftskunde am Immanuel- Kant-Gymnasium, sehen unsere Aufgabe darin, den Schülerinnen und Schülern notwendige Orientierung zu vermitteln, mit deren Hilfe sie in der Lage sind, in der Gegenwart und Zukunft als mündige Bürger zu handeln.

Auszüge entnommen aus: Lehrplananpassung im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld, (Hrsg.) Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Mainz 2011.